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Freizeit / Reise | 27.02.2010 12:41 Uhr

Multimedia-Center für das Wohnzimmer

Multimedia-Geräte (Montage) © Fotolia.com Fotograf: ambrits,  justin maresch, Tortenboxer, cornelius

Wie viel Entertainment-Elektronik brauchen wir im Wohnzimmer? Radio, Fernseher, digitaler Festplattenrekorder, CD-Spieler, DVD-Spieler und Spielekonsole - geht das auch alles in einem Universalgerät? Nahezu alle Computer eigenen sich inzwischen für wesentlich mehr als nur zum Surfen im Internet und zum Schreiben von Texten. DVD-Filme ansehen, Fotos präsentieren, Radioprogramme online hören oder den Rechner als Jukebox für die eigene MP3-Musiksammlung nutzen: Das geht mit fast jedem Rechner. Damit sich der Arbeits-PC zum echten multimedialen Entertainer mausert, braucht er aber etwas mehr Leistung, als die meisten Büro-PCs bieten. Außerdem ist für hochauflösende Filme im Blu-Ray-Format ein spezielles Blu-Ray Laufwerk erforderlich. Damit grafisch anspruchsvolle Computerspiele wie Autorennen, Ego-Shooter und Flugsimulationen flüssig laufen, sind eine gute Grafikkarte, mindestens zwei Gigabite Arbeitsspeicher und ein schneller Prozessor mit mindestens zwei Kernen unumgänglich.

Technische Fähigkeiten gefragt

Leistungsstarke Grafikkarten bieten in der Regel zwei oder drei Anschlüsse, um neben dem kleinen Computer-Monitor auch den großen Fernseher anbinden zu können. Dann lassen sich Filme, Fotos und Spiele auch im XL-Format genießen. Bei der notwendigen Kühlung der leistungsstarken Elemente sollte auf ein effizientes Netzteil und leise Lüfter geachtet werden, sonst ist das Arbeitsgeräusch schnell lauter als Musik und Filmdialog. Bei kleinen Wohnzimmern empfiehlt es sich, lieber einen guten und etwas größeren PC-Monitor anzuschaffen und auf den Fernseher ganz zu verzichten. Ein 24-Zoll-Monitor bietet zum Beispiel mehr als 60 Zentimeter Bildschirmdiagonale und ist schon für unter 200 Euro zu bekommen. In Kombination mit einem Drehfuß lässt er sich bequem vom Schreibtischstuhl in Richtung Sofa wenden. Mit einer Fernsehkarte können dann auch Tagesschau und Lieblingsserie direkt am Monitor angesehen werden. Alle, die den PC als Voll-Entertainer nutzen wollen, sollten gute Computerkenntnisse in Soft- und Hardware mitbringen oder zumindest auf eine gründliche Beratung zurückgreifen. Sonst zerstören die Hürden bei den vielen Einstellungen schnell den medialen Genuss.

HTPC: Die schicken Mini-Rechner

Die Abkürzung HTPC steht für Home-Theater-PC. Diese PCs sind vor allem kleiner und schicker verpackt als die typischen PC-Klötze. Viele HTPCs sind gerade einmal halb so groß wie ein Schuhkarton und haben ein edles Gehäuse, sodass man sie auch problemlos im Regal unterbringen kann. Die Preis- und Leistungsspanne in diesem Markt ist sehr groß und reicht von unter 500 bis weit über 1.500 Euro. Trotzdem bieten nicht alle Geräte ein Blu-Ray-Laufwerk für hochauflösende Filme oder eine TV-Karte zum Anschauen und Aufzeichnen des Fernsehprogramms. Die Grafikleistung mancher Rechner genügt kaum für die hohen Anforderungen der neuesten Computerspiele und auch Wireless-Lan für den Internetzugang ist nicht überall vorhanden. Zwar lassen sich in der Regel nahezu alle Funktionen nachrüsten, meist durch Peripheriegeräte, dann allerdings besitzt man wieder ein Sammelsurium von Einzelgeräten. Selbst die teuren HTPCs sind mitunter so laut, dass das Lüfterrauschen den Mediengenuss stört. Vor dem Kauf sollte also genau verglichen werden. HTPCs bieten sich für alle an, die nicht selber schrauben wollen und vor allem Wert auf einen kleinen PC legen, der mehr kann als das reine Arbeitsgerät und zudem vor allem gut aussieht.

Konsolen als Entertainment-Talente

Der große Vorteil von Konsolen ist vor allem, dass sie kleiner, schicker und leichter zu bedienen sind als ein Multimedia-PC. Bei Konsolen heißt es: einstecken, einschalten, unterhalten werden - und dies meist zu einem moderaten Preis. Zum Arbeiten dagegen eigenen sie sich nur sehr bedingt. Die Fähigkeiten als universales Media-Center sind recht unterschiedlich. Die Spielekonsole "Wii" bietet ein innovatives Spiel-Prinzip mit Steuerung per Bewegung und einen akzeptablen Preis zwischen 150 und 200 Euro. Allerdings lassen sich mit ihr weder Blu-Rays noch DVDs problemlos anschauen. Als Entertainment-Center ist sie also eher ungeeignet. Die "Xbox 360" bietet da schon mehr, für rund 150 Euro lassen sich hier auch DVDs anschauen und die Grafik der großen Spieleauswahl ist sehr anspruchsvoll. Blu-Rays laufen aber nur auf der "Play-Station 3". Sie bietet am meisten, ist aber mit rund 300 Euro zugleich die teuerste Konsole. Negativ fällt hier außerdem ein hoher Stromverbrauch auf. Einen Internetzugang bieten alle drei. Allerdings lässt sich nicht überall problemlos im Netz surfen. Bequem wird es erst, wenn zusätzliche Peripheriegeräte wie eine Tastatur angeschlossen werden. Wer Webseiten und E-Mails vom Sofa aus bearbeiten möchte, wird außerdem sehr nah vor den Fernseher rutschen oder häufig zoomen müssen, um die Texte noch lesen zu können.

Noch kein Wunschlos-Glücklich-Universal-Gerät

Fazit: Für Menschen, die keine Angst vor Technik haben und sich mit PC-Hard- und Software auskennen, empfiehlt es sich, einen PC nach eigenen Wünschen zusammenzustellen. Je nach Wohnzimmergröße kann zwischen großem Computermonitor oder zusätzlichem Fernseher gewählt werden. Texte schreiben, im Internet surfen oder Dateien verwalten geht an einem PC bisher immer noch besonders bequem. Da aber für den vollen Spiele- und Filmgenuss leistungsstarke und vor allem auch leise Bauteile benötigt werden, muss hier in der Regel mit Kosten deutlich über 500 Euro gerechnet werden. Hinzu kommt einiger Arbeitsaufwand. Wer es vor allem einfach mag und mehr Wert auf Unterhaltung statt auf Schreiben und Internet legt, ist mit einer Konsole gut beraten. Filme, Spiele, Musik und Fotos können direkt und bequem auf dem Fernseher genossen werden. Fernsehempfang und Aufzeichnung sind optional und hochauflösende Filme in Blu-Ray gibt zum Beispiel derzeit bei der "Playstation 3". Zum ausführlichen Schreiben von Texten und für das ständige Surfen im Internet sind alle Konsolen trotzdem nur bedingt geeignet.

Ein Wunschlos-Glücklich-Universal-Gerät gibt es noch nicht, es gilt weiter abzuwägen, was einem besonders wichtig ist. Einzelgeräte wie CD und DVD-Spieler und in kleineren Wohnzimmern der Fernseher können aber problemlos von den Geräten ersetzt werden, wenn auch nicht immer in der gleichen Qualität.

Autor: Jan Friese

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