Auf der Spur des Narren

Wer kennt nicht die Geschichte, in der er Eulen und Meerkatzen buk: der Schalk Till Eulenspiegel. In seinen Streichen teilte er oft deftig aus und trieb in vielen Städten sein Unwesen. Gleich am Ortseingang von Schöppenstedt im Landkreis Wolfenbüttel steht ein Schild "Willkommen in der Eulenspiegelstadt". Nicht weit davon entfernt befindet sich ein Museum, das sich der Frage widmet, wer Till Eulenspiegel eigentlich war. Besonders stolz ist Museumsleiterin Charlotte Papendorf auf ein 1555 in Frankfurt am Main gedrucktes Eulenspiegel-Werk. Es ist vermutlich die letzte Ausgabe, die es davon noch gibt.
Fast 100 verschiedene Historien
In einer großen Glasvitrine des Museums sind Bücher ausgestellt: einige der insgesamt 96 unterschiedlichen Historien der Figur Eulenspiegel. Wegen der Vielfalt entsteht ein sehr facettenreiches Bild. In Kurzfassungen, die sich Besucher an einer Audiostation anhören können, erfahren sie viel über das Leben des Narren. Ein Film unterstützt die Eindrücke. Im zweiten von drei Ausstellungsräumen bleiben Besucher verwundert vor einem Model stehen. Neugierig öffnen sie die Tür eines Miniaturhauses auf und blicken schmunzelnd auf eine ungewöhnliche Zeichnung im "Haus der Reinlichkeit". Eulenspiegel setzt einen stinkenden Haufen in dieses Haus. Als er drauf angesprochen wird, sagt Eulenspiegel: "Wieso, das ist doch das Haus der Reinlichkeit, ich wollte mich von innen auch reinigen."
Geburtsort Kneitlingen?
Till Eulenspiegel spielte seine Schelmenstreiche vorwiegend im Braunschweiger Land, aber auch nach Berlin, Ulm, Nürnberg, sogar Prag und Rom führten ihn seine Wege. Auf einer großen Karte ist eingezeichnet, wo der Narr sein Unwesen trieb. Daneben steht eine weiße Wand mit kleinen Klapptürchen. Wer alle Türen öffnet, sieht die Kurzfassung einer Historie und einen alten Holzschnitt, der in Kopie vergrößert wurde. Am Ende erfahren die Besucher, dass Till Eulenspiegel auch in der Musik Einzug gehalten hat: mit Till Eulenspiegels lustigen Streichen von Richard Strauß. Der Narr soll übrigens in Kneitlingen geboren sein, einem kleinen Dorf in der Nähe von Schöppenstedt. Ob es ihn wirklich gab, ist allerdings unklar.







